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Der Finanzwelt geht es schlechter, als Sie annehmen...

Der Finanzwelt geht es schlechter, als Sie annehmen... Der Finanzwelt geht es schlechter, als Sie annehmen...

Der Finanzwelt geht es schlechter, als Sie annehmen

Autor: Michael Snyder

Eigentlich liefen die Dinge Mitte Juli 2016 doch ziemlich ruhig, könnte man meinen. Die größten Schlagzeilen machen Spekulationen, mit wem an seiner Seite Donald Trump in den Wahlkampf ziehen wird. Der Börsenmarkt in den USA klettert auf einen neuen Höchststand, und die Medien scheinen kein anderes Thema zu kennen als das Liebesleben von Taylor Swift. Doch unter der Oberfläche brodelt es.

Wie ich Ihnen zeigen werde, werden die Bedingungen immer günstiger für einen »perfekten Sturm«. Der Rest des Jahres dürfte deutlich chaotischer ablaufen als die vergangenen Monate.

Beginnen wir mit China. Am Dienstag wies ein internationales Tribunal in Den Haag Chinas Territorialansprüche im Südchinesischen Meer zurück. Bereits im Vorfeld hatte die chinesische Regierung mitgeteilt, sie erkenne die Gerichtsbarkeit des Schiedsgerichts nicht an, entsprechend hat sie jetzt auch nicht im Mindesten die Absicht, sich an den Urteilsspruch zu halten. Tatsächlich steigert das Urteil den Trotz Pekings sogar noch.

In den US-Medien liest man zu dem Thema nicht viel, aber laut internationalen Medienberichten hat Chinas Präsident Xi Jinping die Volksbefreiungsarmee angewiesen, sich »auf einen Kampf vorzubereiten«, für den Fall, dass die Regierung Obama China unter Druck setzt, die Inseln wieder zu verlassen, die man derzeit im Südchinesischen Meer besetzt hält:

»Chinas Präsident Xi Jinping hat die Volksbefreiungsarmee Berichten zufolge angewiesen, sich kampfbereit zu halten«, meldet Arirang.com. »Boxun News aus den USA meldete am Dienstag, die Anweisung gelte für den Fall, dass die Vereinigten Staaten nach dem Urteilsspruch in den Gewässern provokante Handlungen ergreifen.

Im Vorfeld des Urteilsspruchs waren bereits amerikanische Flugzeugträger und Kampfjets in die Region verlegt worden, während die chinesische Marine in der Nähe der umstrittenen Paracel-Inselgruppe Manöver abhält.

Vergangenen Oktober hatte China erklärt, man habe keine Angst, sich auf einen Krieg mit den USA einzulassen. Vorausgegangen war ein Zwischenfall, bei dem der amerikanische Lenkwaffenzerstörer USS Lassen die Zwölf-Meilen-Zone verletzte, die China rund um die im Spratly-Archipel gelegenen Riffe Subi und Mischief für sich beansprucht.«

Unterdessen trübt sich das Verhältnis zwischen den Vereinigten Staaten und Russland weiter und weiter ein. Dass ein Raketenabwehrschirm in Rumänien installiert wird, ist nur der jüngste Akt in einer ganzen Reihe von Vorfällen, die die Russen auf die Palme bringen. Bei einem öffentlichen Auftritt am 17. Juni versuchte Russlands Präsident Wladimir Putin, den westlichen Reportern zu vermitteln, dass die Welt auf einen Krieg zusteuert:

»Wir wissen Jahr um Jahr, was passieren wird, und sie wissen, dass wir es wissen. Nur Ihnen werden diese Lügengeschichten aufgetischt und Sie kaufen sie ihnen ab und verbreiten Sie unter den Bürgern Ihrer Länder. Sie wiederum haben keinerlei Gefühl für die bevorstehende Gefahr – das beunruhigt mich. Wie können Sie nicht erkennen, dass die Welt in eine unumkehrbare Richtung gezogen wird? Während Sie gleichzeitig so tun, als würde nichts geschehen. Ich weiß nicht mehr, wie ich Sie noch erreichen kann.«

Natürlich haben die Russen fieberhaft ihr Militär auf den neuesten Stand gebracht, um für einen künftigen Konflikt mit den Vereinigten Staaten gewappnet zu sein. Leider verspürt man bei der Regierung Obama kein ähnliches Maß an Dringlichkeit. Im Vergleich zur heißesten Phase des Kalten Krieges ist das amerikanische Atomwaffenarsenal um etwa 95 Prozent geschrumpft und in vielen Einrichtungen wird tatsächlich noch mit Telefonen mit Wählscheibe und mit Acht-Zoll-Floppy-Disks gearbeitet, wie sie in den 1970er-Jahren modern waren.

Ich rechne nicht damit, dass es noch dieses Jahr zu einem Krieg mit China oder Russland kommen wird. Viel dringlicher ist da die Situation im Nahen Osten. In Syrien wird die Lage immer schlimmer, aber es ist Israel, das schon bald im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit stehen könnte.

Im März berichtete das Wall Street Journal, die Regierung Obama wolle den Friedensprozess im Nahen Osten anschieben, bevor Obama aus dem Amt scheidet. Ein Beschluss des Sicherheitsrats der Vereinten Nationen, der das Land Israel aufspalte und die Parameter für einen Palästinenserstaat abstecke, sei definitiv noch nicht vom Tisch:

»Das Weiße Haus arbeitet an Maßnahmen, den seit Langem ins Stocken geratenen Verhandlungen im Nahen Osten neues Leben einzuhauchen, bevor Präsident Barack Obama aus dem Amt scheidet.

Zu den Maßnahmen zählt auch ein möglicher Beschluss des UNO-Sicherheitsrats, in dem der Fahrplan für eine Einigung zwischen Israelis und Palästinensern umrissen wird. Das erklärten ranghohe US-Vertreter.«

Und erst diese Woche meldete die Washington Post, es gebe erneut Anzeichen für eine derartige Resolution:

»Israel hat es mit einer unruhigen Europäischen Union zu tun, die sich hinter eine französische Initiative stellt, in der ein Friedensvertrag bis zum Jahresende skizziert werden soll. Teil der Abmachung wäre vermutlich die Aufforderung an Israel, Truppen zurückzuziehen, sowie die Schaffung eines Palästinenserstaats. Es gibt zudem Anzeichen dafür, dass der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen erneut über Resolutionen zu dem Konflikt beraten könnte.«

Seit Jahren betont Barack Obama die Notwendigkeit eines Palästinenserstaats. Jetzt neigt sich seine zweite Amtszeit dem Ende zu und ihm wird wohl so langsam klar, dass es seine letzte Chance ist, bei den Vereinten Nationen noch etwas in Gang zu bringen. Will er den Abzug betätigen und eine UNO-Resolution unterstützen, die zur förmlichen Schaffung eines Palästinenserstaats führt, wird das mit größter Wahrscheinlichkeit vor den Wahlen im November der Fall sein. In den kommenden Monaten werden wir diese Entwicklung also sorgfältig beobachten.

Interessant in diesem Zusammenhang ist auch eine Organisation namens »Amerikaner für sofortigen Frieden« (»Americans For Peace Now«), die Unterschriften sammelt und Obama vehement drängt, eine entsprechende UNO-Resolution zu unterstützen. Auf der offiziellen Website heißt es:

»Jetzt, wo Präsident Obama seine letzten Monate im Amt antritt, ist die Zeit gekommen für echte Führung, die der Zwei-Staaten-Lösung neues Leben einhaucht und sie erneut bestätigt. Und Obama kann das tun – er kann den Weg bereiten für eine künftige Zwei-Staaten-Lösung. Dazu muss er eine Zwei-Staaten-Resolution zu Israel und Palästina im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen unterstützen.

Eine derartige Resolution würde die Führungsrolle der USA bei den Gesprächen zwischen Israelis und Palästinensern wiederherstellen. Sie würde die scheiternde Zwei-Staaten-Lösung erhalten. Und sie wäre ein Geschenk an seine Nachfolge. Der nächste Präsident oder die nächste Präsidentin bekäme konstruktive Möglichkeiten, im Themenkomplex Israel/Palästina wichtige Schritte zu ergreifen, anstatt es bei der sich ständig verschlimmernden politischen Pattsituation zu belassen, die heute vorherrscht.«

Dauerhaften Frieden würde eine UNO-Resolution, die das Land Israel aufteilt und offiziell einen Palästinenserstaat erschafft, leider nicht bringen. Stattdessen wäre sie der größte Fehler der Obama-Ära und würde die Bühne bereiten für einen massiven Krieg zwischen Israel und seinen Nachbarstaaten.

Als ob all das noch nicht ausreichen würde, verschärft sich die globale Wirtschaftskrise weiter. Die Finanzmärkte in den USA mögen momentan in Topform sein, aber auf weite Teile der restlichen Welt trifft das ganz und gar nicht zu.

Man sehe sich nur Brasilien an, das dieses Jahr die Olympischen Sommerspiele ausrichtet. Die Brasilianer stecken in einer so schweren Wirtschaftskrise, wie sie es seit der Weltwirtschaftskrise in den 1930er-Jahren nicht mehr erlebt haben. Der Gouverneur von Rio de Janeiro hat den »finanziellen Notstand« ausgerufen. Ein Land weiter, in Venezuela, ist die Wirtschaft völlig zusammengebrochen. Einige Leute sind inzwischen so verzweifelt, dass sie Katzen, Hunde und Tauben jagen, um etwas zu essen.

 

China erlebt den schlimmsten Wirtschaftsabschwung seit Jahrzehnten, die Japaner haben noch immer keinen Ausweg aus dem »verlorenen Jahrzehnt« gefunden und die Bankenkrise in Europa wird von Monat zu Monat schlimmer.

Zuletzt habe ich in einigen Artikeln diskutiert, wie die Deutsche Bank, die größte und wichtigste Bank Deutschlands, dabei ist, in sich zusammenzufallen. Und mit meinen Warnungen stehe ich keineswegs allein auf weiter Flur. In einem aktuellen Artikel äußerte sich Simon Black über den Tumult bei der »gefährlichsten Bank in Europa«:

»Gut mit Kapital versorgte Banken sollen ein zweistelliges Kapitalniveau vorweisen können, während sie risikoarme Investitionen tätigen. Bei der Deutschen Bank dagegen liegt die Eigenkapitaldecke (genau wie bei Lehman) bei unter drei Prozent, hinzu kommt eine unglaublich riskante Vermögensbasis, bei der das fiktive Derivate-Volumen bei über 70 000 Mrd. Dollar liegt, was in etwa dem Welt-BIP entspricht.«

Aber natürlich ist es ja auch so, dass die Deutsche Bank derzeit nicht so sehr im Rampenlicht steht. Diesen Platz beansprucht aktuell die Kernschmelze, die sich gerade bei den Banken in Italien, Spanien und Griechenland zuträgt.Noch einmal Simon Black:

»Italiens Banken sitzen aktuell auf mehr als 360 Mrd. Euro an faulen Krediten und benötigen dringend massive Kapitalspritzen. Berechnungen des IWF zeigen, dass die Eigenkapitaldecke der italienischen Banken zu den schlechtesten weltweit gehört. Die Kreditinstitute stehen nur etwas besser da als die Konkurrenz aus Bangladesch. Und von den Problemen, die sich bei Banken in anderen Regionen auftürmen, haben wir noch gar nicht gesprochen. Spaniens Banken kratzen verzweifelt Milliarden zusammen, um die hartnäckigen Verluste zu decken, die seit der jüngsten Krise aufgelaufen sind und schlichtweg nicht besser werden. In Griechenland gelten mehr als 35 Prozent aller Darlehen, die die Kreditinstitute vergeben haben, als ›notleidend‹.« Es ziehen Sturmwolken auf und die Bedingungen für einen »perfekten Sturm« werden immer besser. Leider werden die meisten Menschen erst begreifen, was vor sich geht, wenn es viel zu spät ist.

Quelle: TheEconomicCollapseBlog

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Last modified onSunday, 24 July 2016 10:21
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