Log in

Philippe Starck (1949). Der Grenzgänger.

Philippe Starck (1949). Der Grenzgänger.

 

Wenn es um den Franzosen Philippe Strack geht sind sich Kritiker in einer Sache einig: Er sorgt immer wieder für Überraschungen. Manche halten ihn für einen Bilderstürmer mit stark ausgeprägtem Sinn für Imagepflege. Für andere ist er ein wahrer Humanist, der seine Ansichten über die Menschheit, die Natur und alles dazwischen über Designobjekten verbreitet, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Die Inneneinrichtung für Baccarat oder die Form einer Nudel, Philippe Starck kennt keine Scheu. Wer sonst kann behaupten eine Klobürste von sich in der permanenten Kollektion des Museums of Modern Art zu haben?

 

Philippe Starck, sozialkritisches Design

 

Und so geschah es, dass die Retrospektive des Centre George Pompidou 2003 in Paris kein einziges seiner Objekte tatsächlich ausstellte. Er erzählte lieber die Geschichten seiner Entwürfe mittels einer audio-visuellen Installation. Und da ist sie wieder: Starcks Botschaft, die manchmal auch die Bedeutung der eigenen Kreation negiert.

 

„Subversiv, ethisch, ökologisch, politisch, vergnüglich: so sehe ich meine Verpflichtung als Erschaffer.“

 

In den 80er und 90er Jahren war es Philippe Starcks Hauptanliegen Design zu demokratisieren und es ist gelungen. Vermutlich hat fast jeder, zumindest in den Industrienationen schon einmal ein Philippe Starck Objekt gesehen oder besitzt sogar eines. Seine Zusammenarbeit mit Alessi, Samsonite, Kartell - um nur einige zu nennen – machten es möglich.

Eine Zitronenpresse, eine Klobürste, ein alkoholisches „Lebensmittelspray für die Zukunft“, so trivial manche Projekte scheinen mögen, sie sind das Resultat eines Erbes, das nicht auf den ersten Blick offensichtlich ist. Tatsächlich sieht Philippe Strack seine Arbeit zu einem gewissen Grad in der Tradition des Bauhauses.

Er möchte Produkte besser und günstiger machen und durch intelligente Vertriebskanäle für jedermann zugänglich. Nur fügt er dem Begriff Qualität sinnliche, emotionale und ethische Komponenten hinzu. Er hat diese Entwicklung star(c)k beschleunigt.  

Der Auftrag der Demokratisierung hat auch Hotels betroffen und das gehobene Gastgewerbe für eine breite Masse zugänglich gemacht. Das Paramount in New York ist das erste Niedrigpreis-Designerhotel und begründet einen Trend. Viele weitere sollten folgen.

 

Jetzt möchte er das gleiche mit „demokratischer Ökologie“ erreichen. Er möchte möglichst vielen Menschen ermöglichen effektiv mit den neuen ökologischen Herausforderungen und deren Nebenwirkungen umzugehen. Technologien, die den Energieverbrauch reduzieren oder sogar Energie generieren sollen bezahlbar, zugänglich und benutzerfreundlich werden.

Und so bringt er Windmühlen für den Heimgebrauch auf den Markt. Die Kosten liegen bei etwa 500 Euro und sie sind innerhalb einer Stunde betriebsbereit. Er entwirft ein Elektroauto, das Volteis auf der Genfer Automesse 2012 vorstellt. Auch Nahrung entgeht seinem sozialen Radar nicht und er lanciert die organische Lebensmittelmarke OAO.

Der Wunsch  die Dinge „gut, besser und fairer“ zu machen führen zu seinen jüngsten Objekten. P.A.T.H., vorproduzierte, erreichbare, technologische Häuser; schlüsselfertige Lösungen, erhältlich seit 2013.

Und man erinnert man sich daran, was ein anderer Pionier des Designs einmal als „Wohnmaschinen“ bezeichnete.

 

Der Innenarchitekt und Möbeldesigner Philippe Starck

 

Der Sohn eines Flugzeugingenieurs begann seine Karriere mit innovativen Interieurs. Die Einrichtung der Privatresidenz von Francois Mitterand im Elysée Palast brachte ihm institutionelle Anerkennung. Das Café Costes in Paris erhielt spektakuläre Kritiken. Der zum Kultgegenstand erhobene Costes Chair ist bis heute berühmt.

 

Philippe Starck hat unzählige Clubs, Restaurants, Bars und Hotels in der ganzen Welt designt. Dabei ist seine Kollektion von Möbeldesigns um viele Stühle, Regale, Kommoden, Clubsessel, Betten, Tische, Hocker, Spiegel und nicht zuletzt Lichtobjekte bereichert worden.

 

Es ist fast unmöglich eindeutig einen zusammenhängenden Philippe Starck Möbelstil zu definieren, obwohl jedes einzelne Objekt einen unverkennbaren Charakter hat. Man sieht organische Formen beimSoft Egg Chair, Out-In Chair und der Serie Impossible. Der Costes Chair, Royalton Chair und der Monsieur X Deckchair hingegen zeigen sich eher zurückhaltend und klassisch in Holz.

Die Verkaufsschlager Dr. Glob und Dr. No, originelle Kombinationen aus Plastik und Metall und die Serie Ghost, ganz aus transparentem Plastik wiederum offenbaren eine humorvolle Seite.

Der Cosy Chair aus dem Jahr 2002 für den amerikanischen Discounter Target war für ein paar Dollar erhältlich und ist als wahre Ikone des demokratischen Designs schon lange ausverkauft.

 

Man fragt sich, was wohl als nächstes kommen mag. Man kann wohl  davon ausgehen, dass Philippe Starck der kreativen Welt auch in Zukunft noch sein eigenes Rezept aus Fast Food und Fine Dining servieren wird.

Eine Auswahl an Philippe Starck Produkten finden Sie hier: 

 

Media

Login to post comments

Werbe Anzeigen: