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Was ist ein Schneeballsystem bzw. was ist ein Pyramidensystem?

 

Was ist ein Schneeballsystem bzw. was ist ein Pyramidensystem?

Bei einem Schneeballsystemen im Finanzwesen, z.B. werden Investoren mit hohen Zinsen angelockt die dann mit den Einzahlungen neuer Anleger bezahlt werden. 

Der aktuell berühmteste Fall ist der des Anlagebetrügers Bernard Madoff, der bis zum Jahr 2008 einen Schaden von mindestens 65 Milliarden Dollar verursacht hat. Zu seinen Kunden gehörten nicht nur vermögende Bürger, sondern auch viele seriöse Finanzinstitute. Madoff wurde 2009 deswegen zu 150 Jahren Haft verurteilt.

Jedoch scheint dies bei weitem nicht der größte Fall betrügerischer Schneeballsystem zu sein. Nach Angabe interner Kreise wurden noch mindestens 3 weitere, weitaus größere Schneeballsysteme ausgemacht. 

Laut der Finanzseite "Business Insider" gibt es zudem zwei anonyme Hinweise an die Finanzaufsicht SEC, wonach auch einige Exchange Traded Products mit erheblichen Risiken behaftet sein sollen. Dazu gehören die sogenannten ETFs, das sind in Deutschland beliebte börsengehandelte Indexfonds.

Die amerikanische Finanzaufsicht SEC nimmt das Thema Schneeballsystem mittlerweile sehr ernst und "belohnt" Hinweisgeber fürstlich. Seit 2011 wurden circa 600 kleinere Schneeballsysteme aufgedeckt, was den insgesamt 23 Informaten insgesamt 55 Millionen Dollar einbrachte. 

Doch wie erkennt man ein Schneeballsystem bzw. ein Pyramidensystem? 

Diese Frage zu beantworten ist gar nicht immer so einfach. Wollen wir zunächst die Merkmale betrachten, die ein Schneeballsystem in jedem Fall ausmachen. 

Das am einfachsten zu erkennende Merkmal ist folgendes: "Bei einem Schneeballsystem steht die Akquise neuer Mitarbeiter oder Mitspieler im Vordergrund und nicht der tatsächliche Vertrieb von Produkten oder Dienstleistungen."

Definition laut Deutschem Strafgesetzbuch: 

§ 16 Abs. 2 Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG) erfasst: „Wer es im geschäftlichen Verkehr unternimmt, Verbraucher zur Abnahme von Waren, Dienstleistungen oder Rechten durch das Versprechen zu veranlassen, sie würden entweder vom Veranstalter selbst oder von einem Dritten besondere Vorteile erlangen, wenn sie andere zum Abschluss gleichartiger Geschäfte veranlassen, die ihrerseits nach der Art dieser Werbung derartige Vorteile für eine entsprechende Werbung weiterer Abnehmer erlangen sollen, wird mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.“

Dem entsprechend lässt sich ableiten, dass ein illegales Schneeballsystem in erster Linie daraus besteht, dass der Verbraucher zur Abnahme von Waren / Dienstleistungen / Rechten bewegt wird, um (Geldwerte) Vorteile erlangen zu können, wenn er andere zum Abschluss gleichartiger Geschäfte veranlasst, die wiederum ihrerseits die gleichen Vorteile nur dann erlangen, wenn sie ebenfalls das Produkt abnehmen um (Geldwerte) Vorteile aus der Gewinnung weitere Abnehmer erlangen usw.

Das bedeutet: Die Neukundengewinnung wird direkt mit dem Kauf des Produktes verknüpft, quasi zur Bedingung gemacht.

In einem praktischen Beispiel ausgedrückt, heisst das: Ein Handyladen bringt Ladenbesucherin Frau Meyer dazu ein (in der Regel) völlig überteuertes Handy zu kaufen, einzig und allein zum Zwecke, dass sie dann ja Provisionen erhält auf weitere Kunden, die er ebenfalls dazu bringt, ein (in der Regel) völlig überteuertes Handy bei ihm zu kaufen, nur damit sie Provisionsberechtigt sind auf die Handyverkäufe weiterer Abnehmer usw. Es geht in der ganzen Kette nicht ein einziges Mal wirklich um den ehrlichen Verkauf des Produktes "Handy" und auch nicht wirklich um REALE Helfer im Bereich Marketing, sondern einzig und alleine darum, Geld aus der "erzwungenen" Abnahme von Handys zu generieren. Es ist im gesamten System nicht möglich, einfach nur als Marketing Gehilfe für den besagten Handyladen zu arbeiten (Was in der Regel NICHT an eine vorherige Abnahme eines Produktes gebunden ist). Zudem ist der Akt des Handyverkaufs unmittelbar an das gegenseitige Versprechen einer vertrieblichen Tätigkeit gebunden. Frau Meyer und auch alle anderen Kunden haben überhaupt keine Chance, ein Handy in diesem besagten Handyladen zu erwerben, ohne dem Ladenbesitzer gleichzeitig zu versprechen, Neukunden zu gewinnen, die dann ihrerseits das Gleiche für den Handyladen Besitzer tun werden. 

Jetzt können Sie ganz zu Recht sagen, werter Leser, dass es doch nichts Illegales sein kann, Provisionen zu erhalten, wenn man einem Ladenbesitzer Neukunden vermittelt. 

Und spätestens HIER stellt sich die Frage: WO hört das (illegale) Schneeballsystem auf und WO fängt LEGALES Affiliate / Empfehlungs / Network / Referenz Marketing an? Der Unterschied, liegt wie bei so vielem im Leben: Im Detail. 

Hierzu schauen wir uns die Definition der einzelnen legalen Marketing Instrumente an:

Affiliate Marketing

(Quelle: Wikipedia):

Affiliate-Systeme basieren auf dem Prinzip der Vermittlungsprovision. Die Vermittlung geschieht in der virtuellen Welt des World Wide Web durch einen Link. Ein solcher Affiliate-Link enthält einen speziellen Code, der den Affiliate eindeutig beim Händler identifiziert. Vereinfacht heißt das: durch den Link mit Partnerkennung erkennt der Händler, von wem der Kunde geschickt wurde. Die Provision wird für die reinen Klicks auf das Werbemittel („Click“), die Übermittlung qualifizierter Kundenkontakte („Lead“) oder den Verkauf („Sale“) gezahlt. Im Gegensatz zum Merchant (wörtlich: Händler; hier auch Programm-Anbieter oder -Betreiber), der Waren oder Dienstleistungen anbietet, fungiert der Affiliate also lediglich als Schnittstelle zwischen Händlern und potenziellen Kunden.

Empfehlungmarketing

(Quelle: Wikipedia):

Unter Empfehlungsmarketing (auch Mundpropaganda, engl. Word of Mouth) bezeichnet, ist ein Instrument der Neukundengewinnung zu verstehen, das durch Mundpropaganda, Bewertungen und Referenzen von Kunden erfolgt. Voraussetzung ist in der Regel, dass der Kunde mit den Leistungen des Anbieters zufrieden ist. Insofern sind eine adäquate Bestandskundenpflege und ein dementsprechendes Loyalitätsmarketing dem Empfehlungsmarketing vorgelagert.

Neben den Kunden eines Unternehmens kommen auch andere Marktteilnehmer als Empfehlende in Betracht. Dies können z. B. Mitarbeiter oder Netzwerkpartner des Unternehmens sein. Die Gewinnung der eigenen Mitarbeiter als positiv Empfehlende ist der Dreh- und Angelpunkt des Empfehlungsmarketing.[2] Netzwerkpartner sind ebenfalls geeignete Empfehler. Sie müssen nicht zwangsläufig selbst eine Erfahrung mit dem Produkt haben, aber von der Leistungsfähigkeit des Anbieters überzeugt sein. 

Netzwerkmarketing

(Quelle: Wikipedia):

Netzwerk-Marketing (auch Network-Marketing, Multi-Level-Marketing (MLM), Empfehlungsmarketing oder Strukturvertrieb) ist eine Spezialform des Direktvertriebs. Im Unterschied zum klassischen Direktvertrieb werden Kunden angehalten, als selbstständige Vertriebspartner weitere Kunden anzuwerben. 

Die Kunden können als selbständige Berater tätig sein und gleichzeitig auch die Produkte weiterverkaufen. Da fast alle Netzwerk-Marketing-Unternehmen ihren Kunden teils hohe Prämien für das Anwerben von Neukunden gewähren, ist eine Nähe zu verbotenen Schneeballsystemen gegeben. Es hängt von der genauen Ausgestaltung des Systems ab, ob die Werbung von Neukunden/-mitgliedern oder der Produktverkauf im Vordergrund steht. 

Der Verkauf findet zum einen über Empfehlungsmarketing statt und zum anderen im persönlichen Umfeld des Beraters. Dieser baut mit zunehmender Größe seiner Struktur ein größeres soziales Netzwerk auf, um neue Berater für sich bzw. das Unternehmen zu gewinnen. Das Vernetzungsmuster ähnelt dem Verhalten von Benutzern der sozialen Netzwerke im Internet, wie Facebook, XING, MeinVZ. Potenzielle Mitglieder werden entgeltlich oder unentgeltlich von Mitgliedern „eingeladen“, der Organisation beizutreten.

Referenzmarekting

(Quelle: Wikipedia):

Unter Referenzmarketing versteht man das Marketing mit Hilfe von Referenzen. Referenz bezeichnet in diesem Fall eine Person oder ein Unternehmen, das mit einem Unternehmen in einer geschäftlichen Beziehung steht und sein Einverständnis erteilt hat, als Referenz dieses Unternehmens genannt werden zu dürfen. Unter Umständen äußert sich der Referenzgeber dabei auch zu Details der Zusammenarbeit. Referenzmarketing systematisiert diesen Vorgang, nominiert und verwaltet Referenzgeber und organisiert die Produktion von Referenzmaterialien.

Referenzmarketing gilt als wirkungsvolles, weil glaubwürdiges Instrument für die Neukundengewinnung, weil beim Referenzmarketing positive Aussagen über die Leistungsfähigkeit eines Unternehmens, nicht von diesem Unternehmen selbst kommen, sondern von seinen zufriedenen Kunden. Referenzmarketing geht davon aus, dass potenzielle Kunden während der Kaufentscheidungsphase eher den Erfahrungen anderer Kunden glauben, als den Marketingversprechen des Anbieters. 

 

Wie unschwer zu erkennen ist, ist jede Form des Marketings darauf abgezielt entgeltlich Neukunden für die Firma zu gewinnen. Dieses Prinzip ist so alt wie der Handel selbst und sowohl zweckmäßig als auch fair dem Empfehlungsgeber gegenüber. Der Handel lebt vom Handeln und das bedeutet selbstverständlich auch, dass man potentielle Neukunden über Produkte informiert und dafür von der Firma mit einer Provision vergütet wird. Die komplette Wirtschaft ist nach diesem Prinzip aufgebaut und es spricht auch nichts dagegen "Unterhändler" an sich zu binden, die ihrerseits wiederum dabei helfen Neukunden für ein Produkt zu gewinnen. 

Ich wage zu behaupten, dass Empfehlungs- und Referenz Marketing die ersten Formen der "Werbung" überhaupt sind, da zufriedene Kunden schon immer die beste Werbung für jedes Unternehmen sind. 

Daher ist NEUKUNDEN Gewinnung an sich, genauso wenig wie die generelle Gewinnung eines Gehilfen beim Vertrieb eines Produktes nicht zwangsläufig gleichzusetzen mit einem Schneeballsystem. 

 

Abschliessend ist klar festzuhalten:

 

Sofern Sie als potentieller Marketing Gehilfe von einer Firma dazu "gezwungen" werden, das Produkt völlig überteuert abzunehmen - ob Sie das wollen oder nicht bzw. der Produkterwerb direkt mit einer zukünftigen Neukundengewinnung verknüpft ist: Finger WEG!  

 

Sofern beim Geschäftszweck einer Firma klar zu erkennen ist, dass der Produktverkauf im Vordergrund steht und dieser NICHT an die Gewinnung von Neukunden gebunden ist, handelt es sich auf keinen Fall um ein Schneeballsystem.

 

 

Media

Psychedelic Dancing Girls #2

Psychedelic Dancing GirlsWhat can we say - we love you!Including shots taken from:"Indian Spirit 2014 - Official Aftermovie" (link in comments)

Posted by Trancentral on Dienstag, 26. Januar 2016
Last modified onWednesday, 06 April 2016 08:30
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