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Akron - Schriftsteller, Philosoph † 

Ausschnitt aus dem Film "Gespräche mit Akron", DV-PAL Widescreen, 48 Minuten, Deutschland/Schweiz 2010 von Jürgen Hoppmann, ArsAstrologica filmproductions Ausschnitt aus dem Film "Gespräche mit Akron", DV-PAL Widescreen, 48 Minuten, Deutschland/Schweiz 2010 von Jürgen Hoppmann, ArsAstrologica filmproductions

Akron - Schriftsteller, Philosoph † 

Akron (* 1. Mai 1948 in Münsterlingen; † 11. Oktober 2017 in St. Gallen), mit bürgerlichem Namen Karl Friedrich Frey, auch Carl-Friedrich Frey[1] und Charles Frey[2] war ein Schweizer KünstlerMusikerAutorAstrologe und Okkultist.

 

 

Leben und Werk

Nachdem Akron zwischen 1961 und 1964 die katholische Kantonsrealschule in St. Gallen besuchte und 1967 eine kaufmännische Lehre bei der Nationalversicherung Basel abgeschlossen hatte, arbeitete er als Berufsmusiker in verschiedenen Nachtlokalen Deutschlands. 1969 gründete er mit Blackstone eine der ersten Schweizer Underground-Zeitschriften und kam in Kontakt mit esoterischen Strömungen.

1969 bis 1972 war er Mitbegründer der Black-Magic-Band Black Mass und war zeitweise Schlagzeuger der Kultband Amon Düül. Mit Amon Düül kam es zu einem Skandal und zu einem Verfahren wegen Blasphemie, einer angeblichen schwarzen Messe und einer nackten Jungfrau an einem Kreuz, was zum Showteil der Band Amon Düül gehörte. Das Verfahren verlief im Sande, jedoch wurde Akron die Arbeitsbewilligung in Deutschland nicht mehr verlängert.[3]

1972 erschien Akrons erstes Buch Wessen Auge sind die Sterne? bei einem kleinen Verlag. 1975 verfasste er einen experimentellen Roman, Die Fünfte Wand, welcher zur Grundlage des Graphic Novel Das Orakel der Unterwelt wurde. 1976 schrieb Akron die Rock-Oper Pyrrho, die mit der Schweizer Band Island im St. Galler Stadttheater uraufgeführt wurde.[4] Von 1974 bis 1978 war Akron Kulturkritiker bei der Ostschweizer AZ und hatte ab 1980 eine eigene Kolumne im St. Galler Tagblatt. 1988 erschien sein Buch Jenseits der Schwelle. Das Buch befasst sich mit spirituellen Energien der äusseren Planeten des Sonnensystems. 1989 erschien der Folgeband Im Licht der Sonne, welcher sich mit den inneren Planeten des Sonnensystems befasst. Seine meisten Werke digitalisierte Jürgen Hoppmann von 1991–2005 für astrologische Deutungssoftwareplattformen und ins eBook-Format.[5]

1992 wurde das von Akron in Zusammenarbeit mit dem Schweizer Künstler HR Giger geschaffene Giger-Tarot[6] in zwei grossen Vernissagen in der Giger-Bar in Chur und dem Museum Bavaria in Zürich vorgestellt. An Halloween 1994 gründete Akron den Templum Baphomae, eine Gruppierung, die sich mit Schattenarbeit, dem Bewusstmachen der verdrängten Persönlichkeitsanteile des Menschen beschäftigt.

1996 begann Akron mit der Arbeit an seiner Dante-Trilogie, die er als sein Lebenswerk betrachtete. Im Juni 1997 wurde Akrons Vertrag mit dem Urania Verlag gekündigt, da nach Ansicht eines damaligen Lektors die Dante-Trilogie nicht in das Verlagsprogramm passte. Im Juli 2001 gründete Akron die Akron Verlags AG, bei der im Jahre 2002 der zweite Teil der Dante-Trilogie erschien. Im selben Jahr begannen die Vorbereitungen zum Akron-Tarot.

Parallel dazu entwickelte er zusammen mit dem Kölner Künstler Voenix, die Laufe von mehr als einem Jahrzehnt die Dante-Comic-Reihe. Am 2. August 2004, wenige Stunden nach den letzten Korrekturen am Akron-Tarot, erlitt Akron einen Blinddarmdurchbruch und aufgrund einer Allergie auf Narkosen einen kurzfristigen Herzstillstand. Der Akron-Tarot, den Akron mit dem Künstler Siegfried Otto Hüttengrund ausgearbeitet hatte, erschien zur Buchmesse 2004. Nach der Fusion mit Königsfurt wurde Akron vom neuen Lektorat des Königsfurt-Urania Verlag um eine Wiederaufnahme der Zusammenarbeit gebeten, was im Herbst 2007 zur opulente bebilderten Ausgabe von Akrons Crowley Tarot-Führer, seinem Magnum Opus, führte.

2008 kommentiert Akron in einem mehrseitigen Interview mit dem Schweizerischen Wirtschaftsmagazin Leader die damalige globale Finanzkrise.[7] 2017 kommentiert das Magazin unter der Rubrik „Von umstrittenen Titelbildern und schweisstreibenden Momenten“ das Interview. [8]

2012 wurde Akron beim Rosenschneiden in seinem Vorgarten am St. Galler Ruhberg von einem rückwärts fahrenden Minderjährigen ohne Führerschein angefahren, erlitt schwerste Verletzungen und fiel eine zeitlang ins Koma. Diese Zäsur verarbeitete er in seinem Spätwerk, den Pforten, in enger Zusammenarbeit der Malerin und Sängerin Patricia Coney.[9] Der Künstler verstarb am 11. Oktober 2017 im Alter von 69 Jahren an einer Krebserkrankung.[1][2]

Werke (Auswahl)

  • Der Crowley-Tarot. In Zusammenarbeit mit Hajo Banzhaf, Kailash (Heinrich Hugendubel Verlag) 1991, ISBN 3-7205-2514-7.
  • Das Astrologie-Handbuch. Charakteranalyse und Schicksalsdeutung. Hugendubel, 2. A. 1995, ISBN 3-88034-798-0.
  • Partnerschafts-Astrologie. Das Handbuch zu den persönlichen Aspekten. Akron 1999, ISBN 3-905372-17-7.
  • Dantes Inferno. Der Astroführer durch die Unterwelt. Frey nach Dantes Göttlicher Komödie. Akron Verlag 2000, ISBN 3-905372-00-2.
  • Das Baphomet Tarot. In Zusammenarbeit mit HR Giger. Akron Verlag 2001, ISBN 3-905372-15-0.
  • Das Auge der Hölle. Inferno II – Die Höllen der Sexualität und der Verschwörungstheorien. Akron 2002, ISBN 3-905372-18-5.
  • Der Akron-Tarot. Mit den Tarotkarten von Siegfried Otto Hüttengrund. AGM Urania, Neuhausen 2004, ISBN 978-3-03819-044-8.
  • Akrons Crowley Tarot-Führer. AGM Urania, Neuhausen 2007, ISBN 978-3-03819-132-2.
  • Das Licht der Erkenntnis. Inferno III - Die Höllen der Kontraktion und der Befreiung. Akron Edition 2012, ISBN 978-3-905372-38-0.
  • Die 7 Pforten des Geistes. Gespräche mit dem alten Magus. Akron Edition GmbH 2013, ISBN 978-3-905372-36-6.
  • Die 8te Pforte. Jenseits der Schwelle. Der Trauma-Trip des alten Magus. Akron Edition 2017, ISBN 978-3-905372-97-7.

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

  1. ↑ Hochspringen nach:a b Nachruf auf Akrons Netzpräsenz
  2. ↑ Hochspringen nach:a b Marcel Elsener, Brigitte Schmid-Gugler: Der Magier ging über die letzte Schwelle. Nachruf in: St. Galler Tagblatt vom 27. Oktober 2017, abgerufen am 29. Oktober 2017.
  3. Hochspringen Akron: Akrons Crowley Tarot Führer, Kapitel 1: "Das Buch Thoth - meine persönliche Geschichte" (Autobiografie des Autors über seine Zeit als Musiker in der deutschen Progressive-Rock-Szene der 70er Jahre). 1. Auflage. Band 1. Königsfurt-Urania Verlag, Neuhausen am Rhein 2007, ISBN 978-3-03819-132-2, S. 14–21.
  4. Hochspringen VertigoHarvest: "Pyrrho" by ISLAND, based on a Story by Akron. 11. Oktober 2011, abgerufen am 6. November 2017.
  5. Hochspringen Jürgen Hoppmann: Curriculum Vitae. In: arsastrologica.com. Abgerufen am 7. November 2017.
  6. Hochspringen Akron, Giger: Tarot. [Taschen], [Köln] 2000, ISBN 978-3-8228-6020-5.
  7. Hochspringen Stefan Millius, Bodo Rüedi: Wir müssen uns bekämpfen wie im Krieg. In: Leader. Das Unternehmermagazin. Oktober 2008, S. 1, 3, 30-37, abgerufen am 6. November 2017 (PDF): „Für einmal waren wir in der Zwickmühle. Die Krise der Finanzmärkte lässt die Ostschweiz natürlich nicht unberührt, und ein Unternehmermagazin wie der LEADER kann sich diesen für die Wirtschaft zentralen Vorgängen nicht verschliessen. Doch die Ereignisse in den Regierungen und an den Börsen überschlagen sich derart, dass jede Momentaufnahme morgen schon veraltet sein kann. Kommt dazu, dass sich selbst die Experten völlig uneins darüber sind, wie der Krise am effektivsten zu begegnen ist. Deshalb haben wir uns zu einem unkonventionellen Vorgehen entschieden. Zu Wort kommt in der vorliegenden Ausgabe kein Wirtschaftsprofessor, kein Topbanker und kein Börsenanalyst, sondern einer, der sein Brot mit psychologischen und philosophischen Schriften verdient: Der St.Galler Carl-Friedrich Frey alias Akron. Ein Mann, der von den einen verehrt und bei den anderen umstritten ist. Die Überraschung: Was Akron sagt, ist von den Analysen vieler «Zahlenmenschen» nicht weit entfernt. Nur, dass Frey die Vorgänge rund um die internationalen Finanzmärkte ganzheitlicher betrachtet und von zerstörten Illusionen spricht, die nun sofort durch neue ersetzt werden.“
  8. Hochspringen Marcel Baumgartner (Leitung): Von umstrittenen Titelbildern und schweisstreibenden Momenten. In: Leader. Das Unternehmermagazin. September 2017, S. 17, abgerufen am 6. November 2017 (PDF): „Die Titelgeschichte, die bei uns intern am heftigsten diskutiert wurde. Dass wir mit Carl-Friedrich Frey alias Akron einen Magier und Astrologen von Weltruf inszenierten, ist damals nicht bei allen auf Anklang gestossen. Und dann noch die Schlagzeile «Unser Wirtschaftssystem ist wie ein wucherndes Krebsgeschwür» … Die Anzeigenabteilung befürchtete in der Folge heftige Einnahmeeinbussen. Deshalb setzten wir in der Folgeausgabe wieder ganz auf das Kapital und bildeten Casino-Direktor Massimo Schawalder mit der Aussage «Man hat mich schon als Teufel bezeichnet» ab.“
  9. Hochspringen Akron C. F. Frey, Patricia Cooney: Die 8te Pforte, Jenseits der Schwelle: Der Trauma-Trip des alten Magus. In: Silberschnur Verlag. Akron Verlag, S. 66, abgerufen am 6. November 2017 (PDF, Neuerscheinungen Herbst 2017).

Jürgen Hoppmann, St. Gallen, den 10. November 2017

Ueber den Autor Juergen G.H. Hoppmann:

 

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Last modified onSaturday, 11 November 2017 03:20
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